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Gespräche der ESchT mit Vertretern des Forschungsprojektes Mont Terri, der HSK und der ETH Zürich zur Rissbildung im Opalinuston am 19.02.2008

Am 19.02.2008 reiste die Expertengruppe Schweizer Tiefenlager (ESchT) zum Besuch des Felslabors im Mont Terri sowie zu Gesprächen in der ETH Zürich in die Schweiz.

Anlass für diesen Besuch waren Artikel in der Schweizer und der deutschen Presse vom Dezember 2007 und Januar 2008. Diese bezogen sich auf aktuelle Forschungsergebnisse im Mont Terri Felslabor und warfen prinzipielle Fragen bezüglich der Eignung von Ton als Wirtsgestein zur Endlagerung hochradioaktiver Abfälle in der Schweiz auf. In einer Veröffentlichung von Prof. Dr. Löw der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich vom November 2007 wurde mitgeteilt, dass das Gebirge auf den Stollenausbruch nicht so reagiert, wie es aufgrund vorhandener Modelle zu erwarten wäre. Die Untersuchungen wurden im Zuge einer Dissertation im Felslabor in Mont Terri im Schweizer Jura unter Finanzierung durch die Schweizer Hauptabteilung für die Sicherheit von Kernanlagen (HSK) durchgeführt. Es handelt es sich dabei um unabhängige Forschung. Die HSK stellt Mittel zur Verfügung, die ETH entscheidet in eigener Regie über die Forschungsthemen. Das Mont Terri Projekt ist ein internationales Forschungsprojekt zur hydrogeologischen, geochemischen und geotechnischen Charakterisierung einer Tonformation (Opalinuston), insbesondere im Zusammenhang mit Untersuchungen der Eignung zur Endlagerung radioaktiver Abfälle.

Die ESchT hatte mit der Reise beabsichtigt, sich selbst über die Ergebnisse dieser Untersuchungen sowie deren Auswirkungen zu informieren. Am 19.02.2008 wurde zunächst das Felslabor im Mont Terri aufgesucht. Dr. Bossart als Leiter des Forschungsprojektes sowie Dr. Frank als Projektverantwortlicher der HSK stellten dort die Forschungsaktivitäten vor. Es folgte eine Begehung der Feldslabors und der Versuchsanordnungen in den dazu aufgefahrenen Nischen und Strecken.

Ebenfalls am 19.02.2008 traf sich die ESchT in der ETH in Zürich mit Prof. Dr. Löw sowie Dr. Rahn (HSK) zur fachlichen Diskussion der aktuellen Forschungsergebnisse der ETH im Felslabor Mont Terrri. Als Mitglied der Begleitkommission Schweiz (BeKo) war Hr. Rosenhagen vom BUND ebenfalls anwesend.

Im Anschluss hat die ESchT eine zusammenfassende Stellungnahme zur geotechnischen Bedeutung der Forschungsergebnisse [44 KB] erstellt.

Zur Einordnung der Forschungsergebnisse und ihrer Relevanz für das Schweizer Standortsuchverfahren wurden von deutscher Seite Fragen zur Bedeutung und zu möglichen Auswirkungen der neuen Erkenntnisse gestellt. Antworten dazu wurden während der Diskussion von Prof. Dr. Löw sowie von der HSK gegeben [42 KB] .

Zusammenfassend kommt die ESchT zu dem Ergebnis, dass wichtige Forschungsergebnisse im Zusammenhang mit der möglichen Endlagerung hochradioaktiven Abfalls im Opalinuston vorgelegt wurden:



Die Escht sieht durch die Forschungsergebnisse keine Befunde, durch welche die Eignung des Opalinuston als Wirts- und Barrieregestein für ein Endlager in Frage gestellt werden könnte.

Die Existenz von Scherzonen im Gebirge beeinträchtigt nicht den standsicheren Ausbau der Hohlräume im Untertagelabor Mont Terri.