Im Juni 2006 hat das Ministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) die deutsche „Expertengruppe-Schweizer-Tiefenlager“ (ESchT) einberufen. Die Expertengruppe soll Fragen des BMUB und der deutschen Begleitkommission Schweiz (BeKo-Schweiz) zum Sachplan „Geologische Tiefenlager“ der Schweiz beantworten sowie das Standortauswahlverfahren fachlich begleiten.

Die Aufstellung des Sachplans erfolgte unter Einbeziehung der Nachbarstaaten der Schweiz. Die Schweizer Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) hat 2008 und 2015 Vorschläge für geologische Standortgebiete aufgrund sicherheitstechnischer und geologischer Kriterien eingereicht. Dabei befinden sich einige der vorgeschlagenen Standortgebiete in unmittelbarer Grenznähe zu Deutschland, da der in der Nordschweiz vorkommende Opalinuston als Wirtsgestein als besonders geeignet eingeschätzt wird. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung rief das BMUB im September 2005 die BeKo-Schweiz ins Leben. Die BeKo-Schweiz bietet den betroffenen Gebietskörperschaften und interessierten Verbänden eine Plattform zur gegenseitigen Information und zur Abstimmung über die verschiedenen Interessenlagen auf deutscher Seite. Auf Anfrage der BeKo-Schweiz hat das BMUB die Einrichtung einer Expertengruppe veranlasst. In Fachfragen zum Auswahlverfahren soll die ESchT das BMUB und die in der BeKo-Schweiz vertretenen deutschen Stakeholder beraten.